Mein Platz in Deinem Herzen

Verwirrend kitschig

Es sind diese kleinen kostbaren Momente, in denen man im warmen Gefühlsmeer versinkt, die das Leben so besonders machen. Schon in der Epoche der Romantik, versuchten die Künstler ihre Gefühle in Schrift und Bildern festzuhalten. – Vergebens.  Wir versuchen seit Jahrzehnten einen Ausdruck für unsere Gefühlswelt zu finden und nähern uns im Laufe des Lebens unserem inneren Bild an. Vergebens?
Niemand kann einem sagen, was sinnvoll ist oder sinnlos, wofür es sich zu kämpfen lohnt oder weswegen man lieber aufgeben sollte. Trotzdem kennen wir alle diese Augenblicke, die uns manchmal mehr oder weniger in Stücke zerreißen und man sich wünscht am liebsten niemals existent gewesen zu sein.
Meine Gedanken beflügeln die Worte, die ich ausspreche und auch meine Taten die ich ausführe. Doch beflügelt werden diese Gedanken nur durch das Gefühl, das innige Brennen in meinem Herzen.

Manchmal erfassen mich sinnlose Gedanken und ich erwische mich im nächsten Moment selbst bei einer Dummheit. Doch der Mensch begeht oftmals Dummheiten, ohne sie zu bemerken. Vergebens darüber nachzudenken? Ich sollte mich glücklich schätzen, es wenigstens ab und zu noch zu bemerken.

Unruhe bereitet mir Schmerzen und Schmerzen dann wieder Unbehagen… Aber es gibt sie noch, die kleinen, wunderschönen Momente, in denen auch ich in einem warmen Gefühlsmeer versinke und von Geborgenheit umschließt werde… Momente die entstehen durch ein Individuum, so stark und konturenreich, dass es wieder unsichtbar wird.
Unsichtbar für das Auge, nicht für das Herz.

Es ist merkwürdig immer wieder den Gedanken zu verfallen, die sich doch nur um eine einzige Person drehen. Sie sind immer existent, selbst, wenn man manchmal das Gefühl hat diese vielen Worte und Bilder in meinem Kopf würden irgendwann mal stillstehen…
Jetzt gibt es noch so viel zu tun und ich kann mich nicht besinnen mich endlich wieder der Arbeit zu widmen, die so wichtig ist für meine Zukunft… Vergebens gearbeitet?

Aber, wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin… Dann lege ich mich nun ins Bett, kuschel mich ein, träume vor mich her, denn ich träume von ihm.

Romantik pur? – Illusionsgemälde!

Es funkeln leis die Sterne,
Im grellen Mondeslicht.
Ich wünsch mir die weite Ferne,
Trotz meiner unstillbaren Blicke,
Sehe ich sie nicht.
Mein Geist schweift ab,
Dringt hinaus und fliegt über die stillen Lande.
Sie fliegt zu Dir nach Haus.

So ungeküsst ist Dein hübscher, roter Mund.
Mich packt die Begierde, das Verlangen nach Dir.
Ich wünscht’ Du wärst hier bei mir.

Ein zärtliches Annähern,
Ein kurzer Blick.
Das innige Verschmelzen, Stück für Stück.

Es ist der letzte Kuss im Mondschein für heute Nacht..


– Copyright © Last Kamikaze Panda (Jeanne) –

Männlein ohne Gesicht

Im Fokus meines Blickwinkels liegt wie immer das kleine, selbstbemalte Kästchen, worin sich so viele Dinge befinden, die mir etwas bedeuten. Daneben sitzt der kleine Mann, ganz kahl, ohne Gesicht und Kleidung. Mittlerweile neigt sich sein Oberkörper nach links und es sieht so aus, als ob er traurig wäre. Über diesen beiden Dingen hängt das Bild, das meinen Blick bannt und sofort Strömen die endlosen Gedanken durch meinen Kopf. Gedanken über ihn. Ein kurzer Blick auf die Uhr, 07:08 Uhr. Normalerweise sollte ich nun unterwegs zur Schule sein und eine Stunde damit verplempern durch die ganze Stadt zu fahren um dann an meinem Ziel anzukommen. Zeit, die ich besser nutzen könnte, lasse ich so vergehen. Zeit die mir momentan fehlt… Zeit die ich gern anders investieren würde. Trotzdem bin ich froh, genau eine Stunde lang herumzukurven, durch die Kälte zu laufen und zu warten. Am Hauptbahnhof, dem Zwischenstopp meiner Reise, sehe ich sie dann… Die Päärchen, ganz unterschiedlich in ihrer Art und Weise sich zu lieben. In diesen Augenblicken, wenn sie sich küssen und umarmen, anschauen und schweigen oder still nebeneinander stehen und sich nur ihre Hände berühren, dann wünschte ich mir, dass auch neben mir derjenige auftaucht nach dem ich mich sehne. Stattdessen stehe ich da und träume vor mich her, werde umgerannt von Passanten die noch den Bus bekommen wollen. Stürmisch sind sie alle, aber keiner ist vorhanden, der mir ähnelt. Niemand, bis auf der, der in meinem Herzen lebt, in meinem Gedanken schwebt und den meine Seele ständig ruft. Wir sind gleich und dabei doch so unterschiedlich.
07:13 Uhr, spätestens jetzt müsste ich aufbrechen um noch pünktlich zu sein, doch ich habe keine Lust und lasse die Zeit vergehen. Ich will mich heute nicht schon wieder herumplagen, mit den jammernden, quängelden Gesichtern, die alle glauben sie wären so toll und könnten alles. Gesichter die Personen zugeordnet sind, die nichts erlebt haben und sich hindurchschlängeln durch die Massen. Ein liebes Wort hier, blödes Gekichere dort und dann noch ein verständnisvolles “Ja, das kann ich verstehen”. Im Hintergrund, die Nebenhandlung beginnt, schlängeln sie weiter, von Gruppierung zu Gruppierung, plaudern aus, wie bescheuert sie einen eigentlich finden und wie grausam du bist. Es sind Menschen die genauso sind wie ich und alle auf der Welt, aber dann doch irgendwie ganz anders. Ich gehöre nicht zu ihnen, nicht ansatzweise. In der letzten Zeit bin ich entweder ruhig oder sage direkt meine Meinung. Mir ist es egal geworden, was sie von mir denken, ob sie mich im nächsten Moment hassen oder mich danach steinigen wollen, für die Worte die ich gewählt habe. Jeder soll so leben, wie er leben will, doch diese Leute sollen ohne mich leben. Ich bin kein schwacher Mensch der kein Durchhaltevermögen besitzt oder keine Kampfeslust in aussichtslosen Situationen verspürt. Es ging mal eine Tür kaputt, denn wir die Gruppe, haben sie zerstört ohne es wirklich zu wollen. Von 2 Seiten zu drücken, bis sie hinausspringt und an einer Seite noch hängt… Dann zu denken: “Oh nein, schnell weg, das gibt ärger”. Alle rennen sie, alle gehen sie, alle hatten sie Angst. Statt mitzurennen und feige wie man ist, sich zu verkriechen und abzustreiten, dass man es war, sammelte ich die Schrauben auf, ging zum Hausmeister, erklärte ihm die Fakten, hörte mir die Standpauke an und durfte danach wieder gehen. Wohlgemerkt allein.
Es sind so oft Dinge geschehen, weswegen ich irgendwann mal allein war. Sei es wegen einer kaputten Tür oder meiner Meinung die ich geäußert habe, wegen meinen unausstehlichen Phasen oder wegen Handlungen für die ich nicht einmal was kann.
Früher, vor langer Zeit, da war es mir nicht egal. Ich war traurig wegen den Situationen, wegen dem Alleinsein, der Angst vor der Dunkelheit und der ewigen Kälte. Jetzt in der Gegenwart, wo ich eigentlich erwachsen bin, bin ich nicht mehr traurig. Es gibt genug Heuchler in der Welt und irgendwo gehört man auch zu der Welt. Trotzdem fühlt man sich weggestoßen und nicht erwünscht, aus Gründen, die man manchmal nicht versteht, nur in der heutigen Zeit will man nicht mehr dazugehören. Man verachten diese Personen nicht, aber das bedeutet nicht, dass man sie auch wahrnimmt. Sie sind mir egal geworden und irgendwo, ganz indirekt im Verborgenen, waren mir diese Heuchler, die Kinder schon immer egal.
Um 07:23 Uhr schweift mein Blick wieder hinüber zu dem kleinen Männchen, was ganz still ohne Gesicht trotzdem weint. Ich sitze fast jeden Abend hier und halte es in meinen Händen. Es bedeutet mir so viel, dass ich bei dem Anblick in Tränen ausbrechen kann, nur weil es auch anders hätte kommen können. Auf der einen Seite, ist er noch nicht ganz zugenäht. … Es macht mich traurig.
Vor einigen Wochen, als es noch den riesigen Streit gab, wollte ich es zerstören. Ihm Arme und Beine rausreißen oder ihn zerschneiden.. Das bemalte Kästchen samt Inhalt zerstückeln und gegen die Wand schmeißen. Ich wollte alles zerstören, was mich an die Tage erinnert, wo ich glücklich war bei dem Gedanken es irgendwann zu überreichen. Aber dann, kam alles anders.
Das Männchen sitzt nun unversehrt auf der oberen Ablage meines Schreibtisches. Manchmal ganz aufrecht, manchmal überhaupt nicht und an Tagen wie diesen, da weint es. Dennoch komme ich nie drumherum es nicht zu sehen oder in die Hand zu nehmen und die kleinen Makel zu bemerken. Ich versinke in Gedanken, Gedanken über ihn und das uns… Gedanken darüber, dass alles so zerbrochen ist.
Seit einigen Tagen wollte ich die ganzen Sachen fertigstellen. Ich würde so gern, dem Männchen ein Gesicht verpassen und die Kleidung, so wie sie meiner Vorstellung entspricht. Ich würde so gern, das 2. Püppchen endlich fertigstellen, sodass ich es stopfen kann und das Männchen nicht mehr alleine weinen muss. Ich wünschte, ich wäre dann gar nicht hier oder in dem Sinne das unfertige Püppchen, das noch so zerstückelt ist und das Leben nicht wie Puzzleteile zusammensetzen kann. Ich wünschte ich könnte mich mit ihm hinsetzen, einfach nur so und würde ohne zu reden verstehen warum das alles zerbricht. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass ich keine Puppe bin und auch nie eine sein werde. Aber selbst wenn ich es doch wäre, ein kleines Püppchen ohne Gesicht, ohne Arme und Beine, ganz schlaff, dann wäre er keine Puppe. Denn er ist real und liebevoll, er hat ein Gesicht, ein wunderschönes in das ich mich jeden Tag neu verliebe. Er ist kein Spielzeug, keines, was man auf den Schreibtisch setzt und anstarrt… Denn sobald ich die Augen schließe und mich ganz nah bei ihm befinde, dann höre ich seinen Herzschlag, spüre die Wärme die er ausstrahlt und ganz tief im verborgenen, die Zerbrechlichkeit des Wesens, das ganze Leid.
07:32 Uhr, die ersten Tränen kullern über meine Wangen, bei der Vorstellung sich an diesen Menschen zu klammern und einfach nur für diesen Moment ewige Ruhe zu erlangen. Ruhe wegen dem was war, Ruhe wegen dem was kommen wird und Ruhe vor der ganzen gesamten Menschheit die mir, bis auf ihn, wirklich egal ist. Es macht mich traurig festzustellen, dass meine Person, mein Charakter, mein gesamtes Wesen diesen Menschen mehr zerstört als es ihn glücklich zu machen. Es tut mir weh, dass es ihm wegen mir nicht gut geht und so viele Schmerzen erträgt, die gar nicht zu ertragen sind. Es tut mir weh, zu bemerken, wie alles schön ist und im nächsten Moment brechen tiefschwarze Wolken den farbenfrohen Himmel und ein Sturm, noch nie vorher so gekannt zerschmettert diese schöne idyllische Lage. Je mehr ich darüber nachdenke, was ich diesem besonderen und lieben Menschen angetan habe, desto mehr wünsche ich mir, er hätte mich nie kennengelernt, nur damit es ihm durch mich nicht so schlecht geht. Nur, damit er sich keine Gedanken mehr machen muss und keine innigen Gefühle für mich entwickelt hätte.
Dennoch tut die Vorstellung ihn nie gekannt zu haben unglaublich weh, dass ich es mir nicht wünsche. Ich bin froh ihn kennengelernt zu haben, glücklich darüber, dass er so verständnissvoll, lieb, sanft und gutmütig ist. Ein Mensch der nicht geht, sondern bleibt, bis zum bitteren Schluss… Ein Mensch nachdem ich mich, seitdem ich wirklich denken kann gesehnt habe.
Heute ist einer der Tage, an denen ich von hier verschwinden will und ihn in den Arm nehmen möchte… Meine Lippen an seine pressen möchte und ihm sagen will, wie leid mir das alles tut. Wie leid es mir tut, dass ich ihm nur weh tu mit dem was ich sage und denke. Wie leid mir jedes blöde Wort tut, jede verletztende Handlung… Dass ich nie gut zugehört hab… Nie gesehen hab, dass er immer da war, immer aufrichtig war…
Aber im nächsten Augenblick, wenn sich meine Lippen von seinen lösen, würde ich ihm danken, für all die schönen Momente die wir gemeinsam haben, für jedes süße Wort dass aus seinem Mund kam.. Für so viel Verständnis und Geborgenheit, dass mein Herz in Flammen steht und eine Sehnsucht und Leidenschaft für diesen Menschen entwickelt, die so unglaublich enorm ist, dass sie nicht mehr in mich hineinpasst… Für jedes herzliche und warme Gefühl beim Schlafen gehen in dem Wissen er liegt neben mir, ganz dicht an meinen Körper gepresst und umschließt mich…
Aber am meisten danke ich ihm für den ganzen Halt, die Unterstützung, dafür dass er immer da war… Dafür, dass er mich erträgt.. Für jeden gemeinsamen Augenblick und jeden schönen Gedanken…
Danke, dass du lebst.
07:44 Uhr jetzt weinen wir zusammen, das Männchen ohne Gesicht und ich…

Hoffnungsfeuerball

– Copyright © Last Kamikaze Panda (Jeanne) –